Spioninnen
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Jede Hochkultur entdeckte dasselbe Geheimnis. Keine lernte, sich dagegen zu schützen.
Im Jahr 1488 erhielt eine Frau namens Josine Hellebout ein professionelles Gehalt von der Stadt Ypern — für militärische Aufklärungsarbeit. Ihre Existenz blieb unbekannt, bis eine einzelne Forscherin 2022 den Nachweis in städtischen Archiven fand. Sie ist kein Einzelfall. Tausende Frauen waren über drei Jahrtausende als Spioninnen tätig — und die meisten wurden aus der Geschichtsschreibung getilgt.
Spioninnen: Die Weltgeschichte weiblicher Spionage ist das erste Buch, das die gesamte Geschichte weiblicher Spionage nachzeichnet — von den Giftmädchen des alten Indien bis zu den Cyber-Honigfallen des 21. Jahrhunderts. Gestützt auf freigegebene Geheimdienstakten, neu entdeckte Dokumente und Forschungsergebnisse in über einem Dutzend Sprachen, enthüllt es ein Muster, gegen das sich keine Zivilisation je zu verteidigen lernte: Frauen konnten dorthin gelangen, wohin Männer nicht kamen, hören, was Männern verborgen blieb, und unsichtbar bleiben, wo Männer es niemals konnten.
Das Buch ist nicht chronologisch, sondern nach den Rollen gegliedert, die Frauen als Tarnung nutzten — Kurtisane, Sekretärin, Hausfrau, Krankenschwester, Künstlerin, Näherin. Jedes Kapitel verfolgt eine Tarnidentität über Jahrhunderte und Kontinente hinweg und legt denselben blinden Fleck offen, der immer wieder ausgenutzt wurde.
In diesem Buch: Die neun Tarnidentitäten für weibliche Spione im altindischen Arthashastra — systematischer als alles, was der Westen in zweitausend Jahren hervorbrachte Mochizuki Chiyomes Netzwerk von 300 Kunoichi, ausgebildet unter dem Deckmantel eines japanischen Waisenhauses Katharina von Medicis „Fliegendes Geschwader": 80 Aristokratinnen im systematischen Einsatz zur Geheimnisbeschaffung Josephine Baker, die über 50 Geheimdokumente durch das besetzte Lissabon schmuggelte — versteckt in ihrer Unterwäsche Ursula Kuczynski, GRU-Oberst, die den MI5 zweimal täuschte — getarnt als Hausfrau in den Cotswolds Lona Cohen, die Atomwaffenpläne in einer ausgehöhlten Taschentuchschachtel aus Los Alamos herausschmuggelte Melita Norwood, die 37 Jahre lang für die Sowjetunion spionierte und nie verhaftet wurde Die Frauen, die den CIA-Verräter Aldrich Ames enttarnten — indem sie genau den blinden Fleck ausnutzten, der weibliche Spione unsichtbar machte
Von den Harems Persiens bis zu den Schreibstuben der CIA, von mittelalterlichen Klöstern bis zu Vorstadt-Küchen im Kalten Krieg: Dieses Buch legt die größte strukturelle Schwäche in der Geschichte der Geheimdienste offen — die universelle Annahme, dass Frauen keine Bedrohung darstellten.
Teil der ESPIONAGE-Reihe. Jeder Band ist ein eigenständiges Werk.